Der süße Honey-Eater :)

Hello…how are yous? Es ist mal wieder an der Zeit uns zu Wort zu melden. Seit unserem letzten Artikel ist ca. 1 Woche vergangen und es ist nicht wirklich viel passiert. Deshalb wollen wir euch heute einmal unsere Arbeit als Housekeeper hier in Katherine etwas näher bringen und zusätzlich von einer kleinen Rettungsaktion erzählen.

Wie ihr ja schon wisst arbeiten wir täglich frühs im Housekeeping, was eigentlich so ziemlich die schlimmsten 3 Stunden des ganzen Tages sind. Wir müssen um 8:30Uhr in der Rezeption antreten, bekommen dort einen Zettel mit den zu reinigenden Zimmern und dann kann‘s los gehen. Zu Beginn suchen wir unsere Arbeitsmaterialien zusammen, besorgen uns Handtücher und Bettwäsche und bringen alles zu den Zimmern.

 

 

Dort angekommen, erwarten uns des öfteren, sehr schmutzige und auch manchmal wirklich stinkende Überraschungen. Da es in Katherine sehr viele Aboriginies gibt und diese (etwas komischen) Artgenossen meist keine Manieren kennen, sehen die Räume oft nach nur einer Nacht aus wie ein Schlachtfeld. Diese Ureinwohner Australiens, haben meist ein ziemlich großes Problem mit dem Alkohol und leben Normalerweise auf der Straße oder auch im Busch. Wenn sie allerdings krankheitsbedingt ins Hospital müssen und dort kein Bett zu haben ist, werden sie für eine oder mehrere Nächte in unserem Motel untergebracht. Wir sind dann leider die armen Kerle die die ganze Sch… im wahrsten Sinne des Wortes wieder in Ordnung bringen dürfen. Mehr wollen wir garnicht zu diesen speziellen Fällen erzählen, das würde dann doch zu weit unter die Gürtellinie gehen. Zum Glück ist das nicht immer so! Es gibt auch noch Menschen die sich ziemlich normal in ihren Hotelzimmern aufführen und wir können die Zimmer auf ganz normale Art und Weise reinigen. Anne macht meist die Betten, d.h. sie zieht die alte Bettwäsche ab, bringt sie in die Laundry (englisches Wort für Waschraum), bezieht dann die Betten komplett frisch und beseitigt den Müll im Raum. Stefan kümmert sich ums Aufspülen des Geschirrs und die Reinigung der Schränke, des Balkons, des Kühlschranks und des Badraums. Hierzu haben wir mal wieder ein kleines Video vorbereitet.
Meist haben wir so in den 3 Stunden zwischen 5 und 10 Räume zu reinigen. Klingt viel, ist aber eigentlich in dieser Zeit ohne Probleme zu schaffen. Oft sind wir sogar schneller fertig und helfen dann noch im Garten mit oder halten die Verandas vor den Zimmern in Ordnung.
Gegen 12Uhr geht’s dann jeden Tag in die Küche um uns unser Mittagessen zu zubereiten. In diesem Motel wird es leider so gehalten, das es mittags nur einen kleinen Snack gibt, meist belegte Toastbrote und etwas Salat. Wir müssen echt sagen, dass uns langsam nach 5 Wochen das blöde Toastbrot wirklich zum Hals raus hängt. So nutzen wir ziemlich jede Chance um uns heimlich doch etwas Warmes zu kochen wenn gerade niemand in der Küche ist oder wir schmuggeln uns Gemüse und Nudeln mit aufs Zimmer um uns dort etwas mit unserem Campingkocher zu kochen. 😉 Hat hier ja jeder so seine kleinen Tricks um einigermaßen gut über die Runden zu kommen!!!
Am Montag haben wir es dann auch endlich übers Herz gebracht unserem älteren Cheffen-Pärchen zu sagen, dass wir sie zum 16.9. verlassen werden. Sie nahmen es überraschend gelassen zur Kenntnis, was vielleicht auch daran lag das wir ihnen im gleichen Zug angeboten haben ihnen bei der Suche von unseren Nachfolgern zu helfen. Leider konnten wir bis jetzt noch keine Interessenten finden. Es gibt zwar einige Nachfragen aber irgendwie sind sich alle nicht wirklich sicher ob der Job ihnen liegt. Mal schaun was die nächsten Tage noch so mit sich bringen.
Jetzt gibt’s noch eine kleine Geschichte, durch die wir Beide wieder einmal einen Orden verdient hätten. :) Ne quatsch,Spass bei Seite… Am Mittwochmorgen gingen wir mal wieder unserem Job als Housekeeper nach als wir plötzlich einen kleinen Vogel in einem Zaun hängen sahen. Von Weitem sah es allerdings so aus als wäre er schon länger Tot. Trotzdem ließ uns dieser Anblick irgendwie nicht in Ruhe und wir entschlossen uns einmal nachzusehen. Tatsächlich atmete das kleine Kerlchen noch aber er sah schon ziemlich schwach und verletzt aus. Wir hatten keine große Hoffnung ihn lebend aus dem Zaun befreien zu können, schafften es allerdings nach einer guten halben Stunde doch.
Schnell brachten wir das Vögelchen zu unserem Chef an der Rezeption und fragten ihn was wir mit ihm machen könnten. Übrigens handelte es sich hierbei um einen so genannten „Honeyeater“ was auf Deutsch so viel heißt wie Honig-Esser (nur für die Nicht-Englisch-Sprecher unter euch ;)). Unser Chef machte uns ebenfalls keine große Hoffnung aber gab uns trotzdem den Tipp, dass wir dem Kleinen etwas Wasser geben sollten. Eigentlich eine gute Idee, da er sicherlich schon mehrere Stunden in der prallen Sonne hing. Gesagt, getan…tatsächlich ging es ihm nach einigen kräftigen Schlücken schon sichtlich besser.

 

Allerdings kam es uns so vor als würde er immer wieder das Bewusstsein verlieren, wir schnappten also eine Kiste und nahmen ihn erst einmal mit zu unserem Zimmer wo wir ihn immer wieder etwas befeuchteten um ihn etwas abzukühlen. Nach einigen Stunden wurde er tatsächlich immer lebendiger und startete erste Flugversuche.
Wir stellten die Kiste auf den Balkon und beobachteten ihn aus unserem Zimmer. Nach einer weiteren halben Stunde startete er einen erneuten Flugversuch und schaffte es wirklich sich in die Lüfte zu erheben. Es war schon ein sehr schönes Gefühl so ein kleines Vogelleben gerettet zu haben. In den nächsten Tagen packen wir langsam aber sicher unsere 7 Sachen zusammen, reinigen unseren Barni und bringen ihn für die unendlichen Weiten Westaustraliens auf Vordermann. Wir haben uns also entschieden unsere Strecke nach Westaustralien fortzusetzen und stellen einen eventuellen Bali-Urlaub erstmal hinten an. Allerdings fahren wir vorerst am 17.9. erst einmal nach Darwin um dort das Auto auch nochmal von Profis checken zu lassen. Sobald alles in Ordnung ist, starten wir dann unser nächstes Abenteuer.

 

bis zum nächsten Mal,
Anne & Stefan :)

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