Sumatra2015 „Von Medan nach Berastagi“

Hallo liebe Leser, wir haben lange nichts von uns hören lassen aber was will man sagen, der Alltag hat uns wieder voll im Griff. Trotzdem versuchen wir unsere Reisesucht durch kürzere Reisen von 2-3Wochen zu befriedigen. Und von so einer Reise wollen wir euch heute, bzw. in den nächsten Posts, einmal berichten.
Ursprünglich buchten wir im August einen relativ günstigen Flug nach Bangkok und wollten dann einfach sehen wo es uns hin verschlägt. Nach ein paar Recherchen im Internet hatten wir schnell unser Ziel ausgemacht. Es sollte eine Rundreise im Norden von Sumatra, Indonesien, sein. Wir buchten also noch zusätzlich die Flüge von Bangkok nach Medan und wieder zurück, was pro Person ca. 120€ kostete. Zusätzlich besorgten wir uns einen Reiseführer über Sumatra und entschieden uns diesmal gegen den altbekannten „Lonely Planet“ da wir einfach gute Bewertungen über den Reiseführer von Stefan Loose lasen. Eine Unterkunft für die erste Nacht in Medan buchten wir uns auch im Voraus, da wir relativ spät in Medan ankommen sollten. Den Rest ließen wir komplett offen,wir wollten einfach alle Möglichkeiten offen lassen.
Im November ging es dann endlich los, wir flogen von München über Maskat, im Oman, nach Bangkok. Das Ganze buchten wir mit „Oman Air“. Diese Fluggesellschaft können wir nur empfehlen, der Service war spitze und auch die Beinfreiheit war sehr ungewöhnlich. In Bangkok mussten wir dann den Flughafen wechseln um mit AirAsia nach Medan fliegen zu können. Wir landeten mit ca 1 Stunde Verspätung( typisch AirAsia), gegen 19Uhr in Medan, mussten danach allerdings noch irgendwie in die Stadt gelangen. Das Einfachste war es den relativ neuen Zug vom Airport zum Bahnhof(ca. 5€ pP und dauert ca. 45min) zu wählen, wir hatten nämlich das Hotel direkt im Bahnhof für unsere erste Nacht gewählt. Es stellte sich heraus das das nicht so schlecht war, der Bahnhof liegt ziemlich zentral und wir müssen nicht noch in Medan rumirren um unser Hotel zu finden. Diese Unterkunft ist völlig okay für eine Nacht um sich von den langen Flügen auszuruhen, allerdings für Sumatra – Verhältnisse etwas teuer. Egal, die knapp 30€ waren es wert neue Kraft zu tanken und sich beim netten Personal einige Tipps für die Weiterreise zu holen. Wir entschieden uns am nächsten Tag nach Berastagi im Karo-Hochland zu fahren um dort etwas die Umgebung zu erkunden und den Gunung Sibayak, einen ca. 2300m hohen Vulkan zu besteigen.
Am nächsten Tag starteten wir ziemlich früh um das maximale aus dem Tag heraus zu holen. Nach dem incl. Frühstück (1xKaffee + 1xCroissant pP) stellten wir uns, wie vom Hotelpersonal empfohlen, vor dem Hotel an die Straße und warteten auf den Minibus mit der Nr 103  Dieser Bus sollte uns zum Sutra Busterminal bringen von wo aus wir dann mit einem größeren Bus nach Berastagi gebracht wurden. Dieses Mal funktionierte der Plan super, nach ca. 2,5h erreichten wir unser Ziel ohne Probleme. Wir entschieden uns bewusst für die einheimischen Route und Verkehrsmittel, da wir uns einfach unters Volk mischen wollten und natürlich weil es nur knapp 2€ pP kostete.106_X2Tatsächlich waren wir die einzigen Touristen in dem ziemlich voll gepackten und klapprigen Bus aber es machte Spass mit dein Einheimischen etwas auf Tuchfühlung zu gehen. In Berastagi angekommen, verließen wir uns auf die Tipps aus dem Reiseführer und folgten der Hauptstraße zur Backpacker Unterkunft „Wisma Sibayak“. DSC00510blogDort buchten wir uns für 2 Nächte ein, da uns die Zimmer genügten und auch relativ günstig waren. Ein Doppelzimmer mit kleiner Terrasse und eigenem Badezimmer kostete 10€ pro Nacht. Natürlich kein Vergleich mit deutschen Standards, es ist alles sehr basic gehalten und auch ziemlich alt. Gleich bei der Ankunft bekamen wir hilfreiche Tipps und eine kleine Karte der Ortschaft, incl. Route zum Besteigen des Vulkans „Gunung Sibayak „. Der zweite Vulkan in der Nähe ließ momentan leider niemanden in seine Nähe da er zur Zeit jeden Tag mehrere Male Asche und Gestein in die Wolken schleuderte. Also nahmen wir uns vor am nächsten Tag sehr früh zu starten um den Sonnenaufgang auf dem Berg erleben zu können. Für den restlichen heutigen Tag machten wir einen Bummel zu den Gemüse und Obst Märkten der Stadt und zum Gundaling Hill von woaus man einen herrlichen Blick über den Ort und auf den aktiven Vulkan hatte.

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109_XAls wir durch die Stadt liefen,viel uns schon auf das wir so gut wie die einzigen westlich aussehenden Menschen hier waren. Die unzähligen Schulkinder grüßten alle freundlich und machten heimlich Fotos mit ihren Handys von uns. Es kam uns vor als würden hier nicht oft Touristen vorbei kommen. Man fühlte sich schon fast wie ein kleiner Star aber alle waren sehr nett und freundlich. Die Märkte sind wirklich sehr sehenswert, es gibt hier Obst und Gemüse Sorten die wohl so nur in diesem Gebiet vorkommen. Am zweiten Tag klingelte unser Wecker gegen 4Uhr,wir waren noch ziemlich vom Jetlag gezeichnet aber trotzdem voller Vorfreude auf das heutige Erlebnis. Schnell packten wir unsere Sachen und machten uns im Dunkeln auf den Weg.119_X Zum Glück hatten wir an Taschenlampen gedacht und hatten so wenig Mühe der Karte zum Eingang des Berges zu folgen. Auf dem Weg dorthin trafen wir einen alleine herum laufend süßen Hund der uns direkt bis zum Eingang folgte. Vielleicht merkte er das es uns nicht ganz geheuer war so im Dunkeln durch eine fremde Landschaft zu laufen. Im Shop am Eingang bezahlten wir die kleine Eintrittsgebühr (ca 1€) und kauften noch etwas Verpflegung. Der ältere Mann im Shop machte uns dann doch etwas Angst, er verabschiedete uns mit einem Gebet und wünschte uns viel Glück. Wir hatten ja gehört das wohl einige schon an dem Berg verloren gingen oder gar tot gefunden wurden aber sollte es wirklich so schlimm sein? Ohne viel nachzudenken, machten wir uns auf den Weg und unser neuer Hundefreund folge uns als würde er uns wirklich beschützen wollen. Der Weg war das erste Stück ziemlich gut zu bewältigen und sogar asphaltiert, trotzdem mussten wir einige kleine Stops einlegen, es ging nämlich gleich relativ steil nach oben. Es war schon etwas gruselig, wir beiden komplett alleine im Dunkeln, um uns herum nur Dschungel und unser kleiner Freund der auch irgendwie ängstlich aussah.

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Mit zunehmendem Weg wurde es allerdings langsam aber sicher heller und heller. Leider verpassten wir unser Vorhaben, zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein um eine halbe Stunde aber egal, wir hatten auch zwischdurch immer wieder einen tollen Blick auf die schöne Landschaft.
131_XAls wir endlich das Camp in der Nähe des Kraters erreichten, war es schon fast komplett hell, allerdings hatten wir noch einen schweren Weg durch Schlamm und Geröll vor uns. Die Umgebung wurde nun immer kahler und es roch mehr und mehr nach Schwefel.
Je näher wir dem Krater kamen, desto mehr hörten wir heißen Dampf aus der Erde schießen, auch der Geruch wurde zunehmend stärker. Nach geschlagenen 2,5h Fußweg erreichten wir ziemlich erschöpft den Kratersee von wo aus man einen herrlichen Blick auf den zweiten Vulkan „Gunung Sinabung“ hatte, man fühlte sich fast wie auf einem fremden Planeten.

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Überall dampfte und zischte es aus der Erde, das Gestein leuchtete in vielen verschiedenen Farben und der Himmel war strahlend Blau, so muss es sein. Jetzt hatten wir Zeit für ein kleines Frühstück und natürlich knipsten wir auch Bilder wie die Weltmeister. Ihr werdet es nicht glauben aber der Hund folgte uns tatsächlich den ganzen Weg. Ein Guide, den wir in dem kleinen Camp am Krater trafen,kannte den Hund aber konnte sich auch nicht erklären warum er gerade uns folgte. DSC00374blogWir genossen die tolle Landschaft für ca. eine Stunde bevor sich ziemlich schnell immer mehr Wolken vor den herrlichen Ausblick schoben. Im Hotel erzählte man uns schon das hier oben das Wetter sehr schnell umschlagen kann und es dann manchmal ungemütlich wird. Da zusätzlich ja momentan Regenzeit ist, wollten wir nichts riskieren und begaben uns auf den Rückweg anstatt noch weiter auf den Gipfel zu laufen. Der Krater liegt nämlich auch noch einen guten Fußweg vom Gipfel des Berges entfernt. Auf dem Weg nach unten bogen wir auf halbem Weg nach links ab, von der Abbiegung ca. 1h entfernt sollten uns heiße Quellen erwarten, was unseren müden Muskeln nicht so schlecht tun wird. Wiederum führte uns der Weg durch tolle Landschaften umgeben von dichtem Dschungel und immer zwischdurch kleine Felder wo alles was man sich vorstellen kann angebaut wurde.

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DSC00473blog    DSC00480blogAn den Quellen angekommen, waren wir etwas enttäuscht, wir dachten das es sich um einfache natürliche Becken handelt aber es waren touristisch angelegte Becken mit verschieden warmem Wasser. Schade eigentlich, trotzdem gönnten wir uns ein kurzes Entspannungsbad nach den Strapazen. Jetzt mussten wir nur noch den Busstop finden von wo wir wieder zurück nach Berastagi gebracht werden. Wir fragten uns mehr oder weniger gut durch, die Englischkenntnis in den ländlichen Gegenden gehen hier eher gegen Null. Trotz allem fanden wir doch den Busstop und kamen sicher zurück zum Hotel. Was machen wir nun mit dem abgebrochenen Tag? Es war gerade erst Mittagszeit. Wir bestellten uns im Hotel etwas zuessen, dabei fragte uns die Besitzerin was wir heute noch so vor hatten. Sie fragte ob wir nicht Lust hätten mit ein paar Schulkindern etwas Englisch zu üben. Wir erfuhren das die Kinder sehr gerne mit den Reisenden über die verschiedenen Kulturen und Bräuche reden und sagten kurzerhand zu. DSC00514blogWir verbrachten also fast den ganzen Nachmittag mit den Schülern und spielten das interessante Frage und Antwortspiel sehr gerne mit. Es machte wirklich Spaß einiges über die Lebensweisen und Träume der Kinder zu erfahren. Auf der anderen Seite waren die Kids auch sehr an unseren Geschichten interessiert. Ein toller Tag ging dann relativ zeitig zu Ende,wir waren total geschafft und schliefen gegen 20Uhr ein. Am nächsten Tag stand die Fahrt nach Bukit Lawang an, dort geht’s die Orang Utans und eine Elefanten Auffangstation besuchen. Im nächsten Bericht dazu dann mehr.
Ach bevor ihr euch fragt wo der süße Hund abgeblieben ist. Ihm wurde es auf dem Vulkan nach einer halben Stunde zu langweilig, also hat er uns verlassen und hat hoffentlich den Weg zum Dorf alleine zurück gefunden. Gesehen haben wir ihn leider nicht mehr.

Bis zum nächsten Mal,
Anne & Stefan…

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